Fundsache

Gelenkerkrankungen in Deutschland

Wird in Deutschland zuviel operiert?

© maska82 / [Fotolia.de]

 

 

 

 

 

Immer mehr verantwortungsbewusste Fachärzte melden sich zu Wort. So z. B. der Wirbelsäulenspezialist Dr. Martin Marianowicz, München. In der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 12.09.2010 sagt er in einem Interview: „Die tägliche Praxis ist schockierend. 300.000 Rücken werden jährlich in Deutschland operiert, pro Kopf dreimal so viel wie in England, doppelt so viel wie in Frankreich.“ Und weiter: „40 — 45 % der (Rücken-) Operationen bringen nicht den gewünschten Erfolg. Deshalb müssen wir umdenken.“ (HAZ, 06.01.2010)1

Übertragen auf andere Gelenke sieht die Bilanz ähnlich aus. Die folgenden Durchschnittszahlen geben einen Überblick über unser ausuferndes Gesundheitssystem, das dringend einer wirksamen Reform bedarf:

Interessante Durchschnittszahlen

  • 70 Millionen Versicherte in Deutschland
  • 7 Millionen Menschen leiden unter einer manifesten Arthrose
  • 40.000.000 (40 Mio.!) Arztkonsultationen pro Jahr durch Arthrose
  • 200.000 Hüftgelenksoperationen im Jahr (seit 2003 um 18 % gestiegen!)
  • 175.000 Kniegelenkoperationen (seit 2003 um 52 % gestiegen!)
  • 25 % der vorzeitigen Berentungen gehen auf das Konto der Arthrose
  • 50.000.000 (50 Mio.!) Fehltage durch arthrosebedingte Arbeitsunfähigkeit
  • 40 Millionen Menschen haben nachweislich arthrotische Gelenke, davon
    • 60 % Wirbelsäule
    • 27 % Knie
    •  7 % Hüfte
    •  4 % Sprunggelenk
    •  2 % Großzehengelenk
    • 1 % Fingergelenke

Gelenkveränderungen durch Arthrose

  • 50 % der 50-Jährigen, bei jedem 4. Deutschen
  • 80 % der über 75-Jährigen

 

Kostenvergleich

Endoprothetik im Vergleich zur Goldimplantation

Mit der nachfolgenden Tabelle wollen wir nicht die Aussage treffen, dass die
Goldimplantation die Endoprothetik vollständig oder in jedem Fall ersetzen
könnte. Ebenfalls wird hiermit nicht behauptet, dass die therapeutische
Wirksamkeit der Goldimplantation bereits umfassend nachgewiesen wäre.
Auf die uns berichteten Erfahrungen von Patienten und eine erste Studie über
die Wirksamkeit der Goldimplantation an der Halswirbelsäule
weisen wir hier
noch einmal hin. Die nachfolgende Aufstellung betrachtet die Frage: Welche
Wirkungen sind aufgrund der bisherigen Erfahrungen im Vergleich zu erwarten,
wenn es in ärztlicherseits begründeten Fällen gelingt, die endoprothetische
Versorgung durch Goldimplantationen zu ersetzen? Diese Betrachtung
beinhaltet kein Heilversprechen im Einzelfall, denn die Prognose für jeden
Patienten kann immer nur ein individuell behandelnder Arzt abgeben.

 

Endoprothetik Goldimplantation
Haltbarkeit 12 — 15 (20) Jahre keine vorliegenden Daten
bei Hunden lebenslang
Rehamaßnahmen 40 % Anteil an allen Rehabilitationen erfahrungsgemäß bisher keine notwendig
Komplikationen
Infektionen
10 — 30 %
500.000 pro Jahr
erfahrungsgemäß bisher keine bekannt
erfahrungsgemäß bisher keine bekannt
Kosten 3,5 Milliarden pro Jahr
ca. 10.000 Euro pro Endoprothese inkl. Reha;
Nachfolge-OP’s nicht eingerechnet
Ein Bruchteil der Kosten verglichen mit der Endoprothetik, abhängig von der Anzahl der behandelten Gelenke;
Reha entfällt gemäß bisherigen Erfahrungen
Zeitaufwand nach der Operation 1 — 2 Wochen Krankenhaus
3 Wo. Reha
4 Wo. Gehstützen
10 — 12 Wo
entfällt gemäß bisheringen Erfahrungen;
lediglich 1 — 2 Tage Arbeitsunfähigkeit (geschätzt)

 

 

 

Kostenersparnis

Mensch und Tier liegen in den Wirkprinzipien gemeinsame Bausteine zugrunde, sodass ein Vergleich durchaus zulässig ist. Weit über 50 % der Tierhalter gehen mit ihren Tieren erst dann zum Tierarzt, wenn bereits schwere Schäden aufgetreten sind. Da die Goldimplantation, wie uns von Tierärzten und Tierbesitzern berichtet wird, auch in diesen Fällen oftmals schlagartig einsetzende Veränderungen im Gehverhalten der Tiere bewirkt und neben Hüfte und Knie alle relevanten arthrotischen Gelenke behandelt werden, kann davon ausgegangen werden, dass im gesamten Humanbereich die Kostenersparnis in die Milliarden gehen könnte!

 

Risiken

Endoprothetik im Vergleich zur Goldimplantation

Auch dies sollte zu bedenken geben:

 Endoprothetik  Goldimplantation
Todesfälle
Nebenwirkungen
1.000 — 4.000 Menschen sterben jährlich an einer Magenschleimhautblutung, die durch Behandlung mit Schmerzmitteln (nichtsteriodalen Antirheumaka) ausgelöst wurde. bisher keine keine bekannt
Grenzfälle:
Junge Menschen,
Frühstadium
Heute erhalten zunehmend junge Menschen ein künstliches Gelenk, das 10 — 15 Jahre, bestenfalls 20 Jahre hält. Durch Goldimplantation könnte der Gelenkersatz um Jahre hinausgezögert werden, im Frühstadium sogar u. U. nicht mehr erforderlich sein.
 Problemfälle Übergewicht ist eine häufige Ursache von Gelenkproblemen, gleichzeitig ist es ein wesentlicher Faktor, der den Erfolg eines Gelenkersatzes gefährdet. Gewichtsreduktion vor der Gelenkoperation könnte Folgekosten senken. Patienten sollten auch bei der Goldimplantation zur Gewichtsreduktion angehalten werden.

 

 

 

 

Wie Sie der Aufstellung entnehmen können, entstehen bei Anwendung der Goldimplantation – so weit der derzeitige Stand der Erkenntnis diese Aussage erlaubt – weder Folgekosten noch die befürchteten Nebenwirkungen.

Die Goldimplantation ist seit Jahrzehnten aus dem Experimentierstadium heraus. Die Erfolge — hierzulande vornehmlich bei Hund und Pferd, z. B. in Dänemark auch am Menschen — sind derart überwältigend, dass angestrebt wird, sie auch in Deutschland beim Menschen zu etablieren. Die dafür notwendigen klinischen Studien sind daher dringend angeraten.

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